Finanzinvestoren übernehmen HSH-Nordbank

Nach einjähriger Verhandlung erhielt im Februar 2018 ein Konsortium aus US-amerikanischen Finanzinvestoren im Februar 2018 den Zuschlag. Nun stimmte der schleswig-holsteinische Landtag dem Verkauf der HSH Nordbank zu. Bevor der Verkauf jedoch rechtskräftig wird, muss voraussichtlich im Juni die Hamburgische Bürgerschaft über die Transaktion entscheiden. Dann müssen noch EU-Kommission und Bankenaufsicht ihr „Go“ geben. Außerdem muss geregelt werden, ob die HSH für eine Übergangszeit von drei Jahren im Haftungsverbund der Sparkassen bleiben kann, ehe sie ins System der Privatbanken wechselt.

Die Gewinner des Verkaufs der HSH Nordbank

Cerberus und Flowers übernehmen die meisten Anteile und halten künftig rund 80 Prozent des Instituts. Kleinere Anteile gehen an die amerikanische Gesellschaft GoldenTree und an Centaurus Capital aus London sowie an die österreichische Bawag, die Cerberus zuzurechnen ist. Cerberus beteiligt sich weltweit an Unternehmen und ist auch im Immobiliengeschäft aktiv. In Deutschland ist Cerberus unter anderem an der Deutschen Bank und an der Commerzbank beteiligt.

Im Zuge des Verkaufs würden faule Kredite aus der Bank herausgenommen, teilten die Käufer mit. Damit würden die Problemkredite von 11,7 Milliarden Euro auf weniger als zwei Prozent des Kreditbuchs reduziert und auch im europäischen Vergleich einen guten Wert erreichen.

Bundesländer mit riesigen Verlusten

Für die beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg ist das Unternehmen HSH Nordbank ein Milliarden-Verlust. Sie haben zur Rettung 2009 drei Milliarden Euro Eigenkapital in die Bank gesteckt und eine zehn Milliarden Euro schwere Garantie ausgesprochen. Dieses Geld ist verloren. Hinzu kommen beispielsweise Verluste mit faulen Schiffskrediten, die Hamburg und Schleswig-Holstein 2016 aus der Bank herausgekauft und übernommen hatten, um die HSH für Investoren aufzuhübschen.

Verkauf auf Druck der EU-Kommission

Die EU-Kommission in Brüssel hatte 2016 entschieden, dass die Bank abgewickelt werden muss, wenn kein Käufer gefunden wird. Das war die Bedingung dafür, dass Brüssel die milliardenschweren Rettungspakete der beiden Länder für die HSH Nordbank billigt.